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Die aufständischen Zapatistas aus dem Südosten Mexikos wollen die Welt umsegeln, um Widerstand und Selbstbestimmung auf dem ganzen Planeten zu verbreiten. Sie wollen im Sommer dieses Jahres in Europa damit anfangen und zapatouraustria unterstützt sie dabei nach Kräften... 

The insurgent Zapatistas from southeastern Mexico want to sail around the world to spread resistance and self-determination all over the planet. They want to start in Europe this summer and zapatouraustria supports them as much as possible... 

Los zapatistas insurgentes del sureste de México quieren dar la vuelta al mundo para extender la resistencia y la autodeterminación por todo el planeta. Quieren empezar en Europa este verano y zapatouraustria les apoya todo lo posible... 



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Die Um-Drehung des Katun

Die Zapatistas stechen für ein Treffen mit dem 'Anderen' Europa in See
von Lola Cubells, 12. Jänner 2021

Ja klar, natürlich habe ich es verstanden, dass wir alle elendiglich
sterben werden (…) Aber wir werden dafür sorgen, dass es sich lohnt

Esperanza Zapatista

Während wir uns noch von dem durch die Pandemie verursachten Schock
erholten, begannen die Zapatistas im Oktober 2020 mit einer sechsteiligen
Kommuniqué-Serie. Sie begannen beim Letzten (Sechster Teil) und schlossen
mit dem ersten Teil ab, der am 1.1. veröffentlicht wurde, am 27. Jahrestag
der zapatistischen Erhebung. In diesen Kommuniqués teilen sie mit, dass sie
in die fünf Kontinente navigieren werden. Der Anfang wird in Europa gemacht,
um sich mit anderen Saaten, die für das Leben kämpfen zu treffen.
Der 'sechste' Teil mit dem Titel 'Ein Berg auf hoher See', schenkt uns ein
Röntgenbild des Aufpralls der Pandemie auf unsere Leben und unsere Körper.
Dieses Kommuniqué hinterließ viele Fragezeichen und als einzige
Gewissheit zwei Datumsangaben: sie werden im April 2021 in See stechen und
nach dem Besuch verschiedener Orte des Europa VON UNTEN UND LINKS am 13.
August 2021 in Madrid eintreffen.

Who is Samir Flores?

 In February 2019, journalist and environmental activist Samir Flores was shot twice in the head at his home in Amilcingo, an indigenous village in Morelos, Mexico. His murderers still go unidentified.

see more at samirvive.art

Was wir wissen (6)

Halten wir zusammenfassend fest, was wir bisher wissen:

Die Zapatistas wollen
- in den Monaten Juli, August, September und Oktober 2021 nach Europa
kommen.
- am 13. August 2021 in Madrid eintreffen und danach den Weg fortsetzen.
- mit 120 Zapatistas nach Europa kommen, in der Mehrzahl Frauen, begleitet von 40 Leuten aus dem CNI und der Frente de los Pueblos
Um "Treffen, Gespräche, Austausch von Ideen, Erfahrungen, Analysen und
Einschätzungen durchzuführen..."

Die Zapas werden
- begleitet von Delegierten des Regierungsrats des Indigenen
Nationalkongresses (CNI-CIG)
- und von Leuten aus der Front für die Verteidigung von Wasser und Land in
Morelos, Puebla und Tlaxcala (Frente de Pueblos en Defensa del Agua y de la
Tierra de Morelos, Puebla y Tlaxcala).

Erster Teil: Eine Erklärung ... für das Leben

Erster Januar 2021.

AN DIE PUEBLOS, DIE VÖLKER DER WELT.
AN DIE MENSCHEN, DIE IN DEN FÜNF KONTINENTEN KÄMPFEN.

 GESCHWISTER UND COMPAÑER@S,

Während dieser letzten Monate haben wir mit unterschiedlichen Mitteln den Kontakt zueinander hergestellt. Wir sind Frauen, Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transvestiten, Transsexuelle, Intersexuelle, Queers und mehr, Männer, Gruppen, Kollektive, Vereinigungen, Organisationen, soziale Bewegungen, Pueblos originarios/ursprüngliche Völker, Stadtteil-Zusammenschlüsse, Gemeinden und ein langes Etcetera, das uns Identität gibt.

Uns unterscheiden und uns entfernen von einander: Erden, Himmel, Berge, Täler, Steppen, Dschungel, Wüsten, Ozeane, Seen, Flüsse, Bäche, Lagunen, Ethnien, Kulturen, Sprachen, Geschichten, Alter, Geographien, sexuelle Identitäten und Nicht-Identitäten, Wurzeln, Grenzen, Organisierungsformen, soziale Klassen, Kaufkraft, gesellschaftliche Stellung, Ruhm, Popularität, followers, likes, Währungen, Schulbildung, Art und Weisen zu sein, Arbeiten, Stärken, Schwächen, die Pro, Contra, Aber, Trotzdem – Rivalitäten, Feindschaften, Konzeptionen, Argumentationen, Gegenargumentationen, Debatten, Streitigkeiten, Anzeigen, Beschuldigungen, Verachtungen, Phobien, Vorlieben, Lobpreisungen, Ablehnungen, Pfeifkonzerte, Applaudieren, Gottheiten, Dämonen, Dogmen, Ketzereien, Gefallen, Missfallen, Modi – und ein langes Etcetera, das uns unterschiedlich macht und – nicht selten – gegensätzlich.

Was wir wissen (5)

Am 1. Jänner 2021 kommt es zu einer Erklärung der EZLN „... für das Leben“,
die sich "an die Pueblos der Welt" und "and die Menschen, die in den fünf
Kontinenten kämpfen richten. Hier wird festgestellt, dass
-          wir alle höchst unterschiedlich sind...
-          uns alles mögliche voneinander trennt, und
-          uns nur „sehr wenige Dinge“ vereinen.

zu diesem Wenigen  gehört,
-          dass „wir uns die Schmerzen der Erde zu eigen machen“
-          dass wir uns darüber *verständigen*, dass der Kapitalismus für
diese Schmerzen verantwortlich ist
-          das Wissen, dass „es nicht möglich ist, dieses System zu
reformieren“
-          „die Verpflichtung: Zu kämpfen, überall und jederzeit“
-          „Die Gewissheit: Der Kampf für die Menschheit ist weltweit.“
-          „Die Überzeugung: Es sind viele Welten, die auf der Welt leben
und kämpfen,“ und schließlich
-          „Die Erkenntnis,“ dass„das Hören und Sehen des Anderen“ uns voranbringt.

Zweiter Teil: DAS WIRTSHAUS

 Der Kalender? Der aktuelle. Die Geographie? Irgendein Winkel in dieser Welt.

Sie wissen nicht so recht, warum – jedoch laufen Sie an der Hand eines kleines Mädchens. Dieses ist kurz davor zu fragen, wo es denn wohl hingehe – als sie zusammen vor einem großen Wirtshaus stehen. Eine enorme Leuchtreklame, wie die eines Kinos, besagt: »DIE GESCHICHTE IN GROßSCHRIFT – Wirtshaus-Bar«. Weiter unten steht: »Kein Zugang für Frauen, Kinder, Indigene, Arbeitslose, AnderE, Alte, Migrant*innen und anderes Gesindel.« Irgendeine weiße Hand hat hinzugefügt:  »In this place, Black Lives does no matter.«  Eine weitere – männliche – Hand schloss sich an: »Frauen können eintreten, falls sie sich wie Männer benehmen.« Beidseits des Wirtshauses stapeln sich die Leichen von Frauen jeglichen Alters – ihrer zerfetzten Kleidung nach: aus allen sozialen Klassen. Sie bleiben stehen und resignierend auch das Mädchen. Beide lugen Sie durch die Tür und sehen ein Durcheinander an Männern und Frauen mit männlichem Gehabe. Auf der Theke, dem Schanktisch schwingt ein Kerl einen Basketball-Schläger und droht damit nach rechts und nach links. Die Menge ist klar geschieden: Auf der einen Seite befinden sich die Applaudierenden, auf der anderen Seite diejenigen, die pfeifen und buhen. Alle sind wie betrunken: der zornige Blick, der Speichel, der über ihr Kinn rinnt, der hochrote Kopf.

DRITTER TEIL: DER AUFTRAG

Davon wie Defensa Zapatista versucht, Esperanza den Auftrag des Zapatismus zu erklären und andere geglückte Argumentationen.

»Nun gut, somit werde ich dir etwas sehr wichtiges erklären. Aber du kannst keine Notizen machen, denn ich möchte, dass du es in deinem Kopf bewahrst. Das Notizheft lässt du eh nur irgendwo herumliegen, deinen Kopf jedoch musst du ständig mit dir herumtragen.«

Defensa Zapatista bewegt sich von einer Seite zur anderen, so wie es – wie gesagt wird – der verstorbene SupMarcos tat, wenn er etwas sehr wichtiges erklärte. Esperanza sitzt unterdessen auf einem Baumstamm und vorausschauend hat sie ein Stück Plane über das feuchte Holz voller Moose, Pilze und Reisigstückchen gelegt.

»Werden wir möglicherweise den Ort schauen, an den wir mit unserem Kampf gelangen?«, gibt Defensa Zapatista von sich und zeigt mit ihren kleinen Händen in eine unbestimmte Richtung.

Was wir wissen (4)

Der Auftrag / Das Wirtshaus

Zu Weihnachten setzt SubGaleano seine Erzählung fort und lässt Defensa
Zapatista, ein 9-jähriges Mädchen, überlegen:

»Wenn wir bereits wissen, wo wir gehen wollen, heißt das, wir wissen
bereits, wo wir nicht gehen wollen. Somit werden wir uns mit jedem Schritt
von einigen Orten entfernen und uns anderen nähern. Wir sind noch nicht
angekommen, doch der Weg, den wir machen, wird uns bereits für das Ziel
prägen. Wenn wir Tamales essen wollen, werden wir wohl keinen Kürbis säen.«
http://enlacezapatista.ezln.org.mx/2020/12/24/dritter-teil-der-auftrag/

Vierter Teil: ERINNERUNG AN DAS, WAS KOMMEN WIRD

Oktober 2020.

Vor 35 Oktober.

Der Alte Antonio betrachtet das Lagerfeuer, das dem Regen widersteht. Unter seinem tropfenden Strohhut zündet er seine aus Maisblättern gedreht Zigarette mit einem kokelnden Holzscheit an.

Das Feuer brennt weiter, manchmal versteckt es sich jedoch unter den Scheiten. Der Wind hilft. Mit einer Brise belebt er die Glut der Äste, die mit einem heftigen Rot erneut entflammen.

Was wir wissen (3)

Erinnerung an das, was kommen wird

Am 18. Oktober nimmt der SubGaleano seine Überlegungen zur kommenden
Weltreise wieder auf und lässt aus dem Mund des Alten Antonio die Mutter
Erde sprechen:

»Die Einen gehen jetzt los, um den Invasoren zu verspotten. Die Anderen
rufen die Geschwister herbei. Dass Euch nicht die Gewässer schrecken mögen,
noch Kälte oder Hitze entmutigen. Eröffnet Wege, wo es bisher keine gab.
Überwindet Flüsse und Meere. Überquert die Gebirge. Fliegt mit Regen und
Wolken. Seid Nacht. Seid Tag. Von der Morgendämmerung geht aus und
alarmiert Alle. Denn ich habe viele Namen und viele Farben, aber einig ist
mein Herz und mein Tod wäre der Tod von allem.«

Fünfter Teil: DER BLICK UND DIE DISTANZ ZUR TÜR

Oktober 2020.

Nehmen wir mal an, es ist beispielsweise möglich, den Blick zu wählen. Nehmen wir einmal an, Sie  könnten sich, und wenn es nur für einen Moment ist, von der Tyrannei der Sozialen Netzwerke freimachen – die nicht nur bestimmen, was gesehen wird und von was gesprochen wird, sondern auch auf welche Weise gesehen und gesprochen wird. Nehmen wir somit an, Sie würden Ihren Blick heben. Weiter nach oben: vom Nächstgelegenen zum Lokalen, Regionalen bis hin zum Landes- und Weltweiten. Sehen Sie es? Ja, sicherlich: ein Chaos, ein Wirrwarr, ein Durcheinander.

Was wir wissen (2)

Der Blick und die Distanz

Am 10 Oktober beginnt der SubGaleano (die zapatistische Wiederauferstehung
des verstorben SubMarcos) mit einer ganzen Reihe von Überlegungen im
Hinblick auf mögliche Beweggründe und Möglichkeiten der künftigen Weltreise:

-  „Wenn Sie in jeden Winkel dieses sterbenden Planeten gehen könnten, was
würden Sie tun? Nun gut, wir wissen es nicht. Jedoch wir – zapatische
Frauen, Männer, AnderE – würden gehen, um zu lernen. Ja klar, auch um zu
tanzen; aber ich glaube, eine Sache schließt nicht die andere aus.“

SECHSTER TEIL: EIN BERG AUF HOHER SEE

KOMMUNIQUÉ DES GEHEIMEN REVOLUTIONÄREN INDIGENEN KOMITEES – GENERALKOMMANDANTUR DER ZAPATISTISCHEN ARMEE DER NATIONALEN BEFREIUNG

MEXIKO

5 Oktober 2020

An den Nationalen Indigenen Kongress – Indigener Regierungsrat
An die Nationale und Internationale Sexta
An die Netzwerke des Widerstandes und der Rebellion
An die ehrlichen Menschen, die an allen Ecken und Enden des Planten widerstehen

Schwester, Bruder,  hermanoas,
Compañeras, compañeros y compañeroas:

Die Originalvölker mit Mayawurzeln und ZapatistInnen grüßen Euch und wir werden Euch unser gemeinsame Gedanken darlegen, in Anbetracht dessen was wir sehen, hören und fühlen.

Erstens: wir erblicken und hören eine Welt, deren soziales Leben krank ist, zersplittert in Millionen von Personen die sich fremd sind, krampfhaft um das individuelle Überleben bemüht, aber vereint unter der Unterdrückung eines Systems, welches zu allem bereit ist um seinen Durst nach Gewinn zu stillen, obwohl klar ist, dass dieser Weg der Existenz des Planeten Erde zuwiderläuft.

Was wir wissen (1)

 Ein Berg auf hoher See

Am 5 Oktober 2020 informiert der Subcomandante Moises "die Netzwerke des
Widerstandes und der Rebellion"
und "die ehrlichen Menschen, die an allen
Ecken und Enden des Planten widerstehen"
darüber, dass die Zapatistas u.a.
folgendes entschieden haben:

Unterzeichner*innen/Firmantes/Signatories

Grecia
Alto a la Guerra contra l@s Inmigrantes
Acción Alternativa para la Calidad de Vida
Acción contra la Regeneración y Gentrificación (AARG!)
Adespotos Athinon: equipo deportivo autogestionado y sin dueño (déspota) de la ciudad de Atenas
Agrupación Ciudadana Autónoma de Icaria
Alterthess, medio alternativo
ΑMOQA Museo de Artes Queer de la ciudad de Atenas
Apoyamos a la Tierra